Brettspiele könnten eines der besten Lernwerkzeuge sein, die wir häufig übersehen

Clonlara-Lernberater empfehlen Brettspiele häufig als wertvolle Lernressource. Doch was macht sie so besonders? Joana Nóbrega, eine Lernberaterin im brasilianischen Off-Campus-Programm von Clonlara, teilt ihre Einblicke in die vielen Kompetenzen, die Kinder einfach dadurch entwickeln können, dass sie gemeinsam als Familie spielen.

Eine Gruppe von Kindern versammelt sich um einen Tisch. Ein Kind hält inne, bevor es einen Zug macht, und denkt sorgfältig nach. Ein Freund beugt sich vor, um zu helfen. Jemand lacht nach einem Fehler und probiert schnell eine neue Strategie aus.

Niemand sagt ihnen, dass sie sich konzentrieren sollen. Niemand fragt, wann es vorbei ist. Trotzdem findet tiefes Lernen statt. 

Brettspiele sind mehr als nur Spaß — sie schaffen die perfekten Bedingungen dafür, dass bedeutungsvolles Lernen ganz natürlich geschieht.  

Lernen wird aktiv

Brettspiele besitzen eine stille Kraft.

Sie verwandeln Lernen in eine aktive, soziale und bedeutungsvolle Erfahrung, ohne sich wie Unterricht anzufühlen. Wenn Kinder spielen, treffen sie ständig Entscheidungen. Sie testen Ideen, passen ihr Denken an und versuchen es erneut. Anstatt Informationen nur aufzunehmen, sind sie bewusst Teil des Prozesses. Diese Art der aktiven Beteiligung hilft dabei, dass Lernen nachhaltig bleibt.

Fehler werden anders wahrgenommen

Spiele verändern auch die Sichtweise von Kindern auf Fehler. Beim Spielen eines Brettspiels ist es normal, etwas falsch zu machen. Es wird sogar erwartet. Spieler probieren etwas aus, scheitern und versuchen es erneut. Es ist in Ordnung, Dinge anzupassen und zu korrigieren. Mit der Zeit stärkt dies das Selbstvertrauen. Kinder beginnen, Herausforderungen als etwas zu sehen, das sie bewältigen können – und nicht als etwas, das sie vermeiden oder wofür sie sich schämen müssen.

Das Denken wird tiefer

Brettspiele fördern auf natürliche Weise kritisches Denken. Jeder Zug zählt. Spiele wägen Möglichkeiten ab, gehen Risiken ein und planen voraus.

Sie lernen, sorgfältig nachzudenken, bevor sie handeln, und darüber zu reflektieren, was danach passiert. Diese Fähigkeiten reichen weit über das Spiel selbst hinaus.

Die 6 Ks in Aktion

Das Spielen von Brettspielen entwickelt die sechs Kompetenzen, die wir bei Clonlara bei unseren Schülerinnen und Schülern fördern möchten — wir nennen sie die 6 Ks: 

  • Kinder erarbeiten sich ihr Können (Wissen/Fertigkeiten) im Zusammenhang und nicht isoliert. 
  • Sie üben kritisches Denken durch Strategieentwicklung und Entscheidungsfindung. 
  • Sie nutzen Kommunikation, um Ideen zu erklären und zu verstehen. 
  • Sie entwickeln Kreativität durch Einsatz ihrer Vorstellungskraft und indem sie Probleme lösen. 
  • Sie erleben Kooperation beim Spielen mit anderen. 
  • Und sie stärken ihre Konfidenz (Selbstvertrauen, Resilienz), indem sie an Spielen teilnehmen und sich verbessern. 

All dies geschieht gleichzeitig auf eine natürliche und ansprechende Weise. Deshalb sind Brettspiele ein so wirkungsvolles Lernwerkzeug.

Kommunikation, Kreativität und Verbindung

Brettspiele schaffen Raum für Ausdruck und Fantasie. Spielende beschreiben Ideen, interpretieren Hinweise und erkunden Möglichkeiten. Sie lernen sowohl klar zu kommunizieren als auch unterschiedliche Perspektiven zu verstehen.

Spiele bringen Menschen zusammen. Rund um einen Tisch hören Kinder einander zu, arbeiten zusammen und bewältigen kleinere Konflikte. Sie feiern Siege und lernen, mit Niederlagen umzugehen. Diese gemeinsamen Erfahrungen fördern Empathie und ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Fokus und Engagement

Vielleicht fällt Ihnen auf, wie konzentriert Kinder während des Spielens sind. Sie verlieren das Zeitgefühl. Sie sind vollkommen vertieft. Das geschieht, weil sich die Herausforderung genau richtig anfühlt, das Ziel klar ist und Rückmeldungen sofort erfolgen. Durch diese aktive Beteiligung wird Lernen tiefer und bedeutungsvoller.

Spiele in das Lernen integrieren

Der Einsatz von Brettspielen muss nicht kompliziert sein. Es kann so einfach sein, ein Spiel auszuwählen, die Kinder spielen zu lassen oder selbst mitzuspielen.

Die gemeinsame Teilnahme kann Ihre Verbindung zu ihnen stärken und enge Bindungen schaffen, während Sie gleichzeitig beobachten können, was geschieht. Sich danach einen Moment Zeit für Reflexion zu nehmen, mit einfachen Fragen wie “Was hat gut funktioniert?” oder “Was würdest du anders machen?”, kann das Spielen sich eine wichtige Lernerfahrung verwandeln.

Dieser Moment am Tisch, voller Lachen und Nachdenken, ist weit mehr als nur ein Spiel. Es ist Lernen in seiner natürlichsten Form. Und manchmal besteht der beste Weg, Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen, einfach darin, ihnen Raum zum Spielen zu geben. 

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